Senioren EM: 3 Medaillen und gute Platzierungen

Die Europameisterschaften vom 16.08. – 25.08 2012 in Zittau (D), Zgorzelec (PL) und Hradek (CZ) sind zu Ende. Die TSVer gingen mit 8 Frauen und 3 Männern – soviel wie noch nie bei einer internationalen Meisterschaft – an den Start.

Vor gut einem Jahr entschieden sich 12 Athleten für dieses Vorhaben, lediglich Heiko Bremer schied aus gesundheitlichen Gründen aus diesem Vorhaben aus. Bereits am 31. Mai war Meldeschluss, so dass 3,5 Monate vorher jeder seine Ziele ausgesucht haben musste. Organisatorisch waren die Burgdorfer gut aufgestellt, Sonja Koch kümmerte sich für die Masse der Aktiven um Unterkünfte – wie sich nach den Meisterschaften auch herausstellte, hatten wir ein super Quartier und konnten während der 10 Tage 11 km entfernt von der Stadt in den  Zittauer Bergen gut abschalten.

Wie auch bei den Olympischen Spiele zuvor bei den Profis gingen auch bei uns nicht alle „Träume und Ziele“ vollends in Erfüllung. Der Unterschied zwischen einem normalen Sportfest und dieser doch hochkarätigen Meisterschaft wurden von den TSVern sehr gut gemeistert. Neben vielen Leistungen im Bereich der Jahresbestleistungen wurde neue Bestmarken, elf Platzierungen unter den Top Ten Europas, eine Silbermedaille durch Frauke Lindemann und 2 Goldmedaillen in der 4 x 100 m Staffel der M 70 mit Manfred Arnd und in der 4 x 400 m Staffel der W 45 mit Sonja Koch gewonnen.

Im Einzelnen:

Alexandra Bartels ( W 40) – unser „Küken“ verkaufte sich Klasse. Im 1.500 m Lauf hielt sie den eigenen Druck gut stand und lief bei über 30 Grad mit 5:31,24 min. nah an ihrer Bestmarke auf Platz 7 (!) ins Ziel. Vier Tage später fehlte nach eigener Beurteilung ihr im 800 m Lauf ein wenig der Mut das schnelle Tempo mitzugehen. So war sie hier in 2:37,59 min. auf Platz 14 nicht zufrieden.

Gabi Bauernfeind (W 40) erst im Laufe der Veranstaltung angereist sprang wahrscheinlich mit Schmerzen. Im Laufe der Vorbereitung traten Achillessehnenbeschwerden auf, die sie nicht richtig ausheilen konnte. So war ihr Wille im Wettkampf bemerkenswert. Mit 10,43 m blieb sie unter ihrer  dieses Jahr aufgestellten Bestleistung von 10,95 m und wurde in diesem spannenden Finale Sechste.

Sonja Koch (W 45) hatte dieses Jahr ebenfalls hart trainiert und durfte sich auch belohnen. Die Trainingseindrücke waren sehr stark, welche sie auch in ihrem 400 m Lauf bei dieser EM umsetzen konnte. Im 3. Zeitlauf musste sie an ihre Bestzeit heranlaufen und die Chance für das Finale (67,29 sec. mussen unterboten werden und Platz 4 in diesem Lauf) waren somit gut. Nach ordentlichen ersten 100 m zog sie auf der Gegengerade los und lief nach 240 m auf Bahn 5 augenscheinlich an die Spitze. Doch nach der Kurve kamen die Verfolgerinnen und zwei starke 62 Sekunden Läuferinnen überholten sie. Die letzen 40 m knautsche sie mit der Italienerin ins Ziel. Die Auswertung ließ alle jubeln. Platz 4 und neue Bestzeit: 66,65 sec. Ein Tag später wiederholte sie fast mit 67,04 sec. diese Leistung und geht als Achte in die Geschichtsbücher ein. Widerum 1 Tag später lief sie über die 200 m in 29,79 sec. auf Platz 14. Als zweitbeste Deutsche über die 400 m war sie für den Abschlusstag für die 4 x 400 m in der Nationalstaffel nominiert. Hier kam sie auf der dritte Postion in ca. 68 sec. gut durch und gewann mit ihren drei Staffelkolleginnen in 4:24,70 min. vor Lettland zu Gold.

Sabine Albrecht (W 45) konnte bei ihren ersten Start über die 1.500 m ihre diesjährige Bestzeit mit 5:57,73 min. unter die 6 Minuten schrauben und sich damit über Platz 8 freuen. Über 800 m wäre sie gern 1 Sekunde schneller gelaufen, doch Platz 8 gab es auch für 3;00,23 min.

Frauke Lindemann (W 45) musste nach Sehnenproblemen das Training einige Zeit zurückfahren, fand nach Kurzurlauben jedoch die nötige psychische Frische wieder, In den letzten 1,5 Wochen konnte sie noch einige Male schmerzfrei springen und floppte in Zittau einschließlich 1,57 m ohne Fehlversuche zu Silber. Zuerst war sie nicht zufrieden, doch nach und nach freute sie sich über dieses tolle Ergebnis.

Kerstin Jatzkowski und Heike Peplinksi (beide W 45) kamen aus verschiedenen Gründen etwas spät aus den „Puschen“; trainierten aber zum Schluss recht ordentlich und konnten sich somit noch recht gut in Szene setzen. Heike lief über die 200 m 29,12 auf Platz 11 und Kerstin 29,30 sec. auf Platz 12.

Dr. Susanne Schmidt (W 45) sorgte in den ersten Tagen für die Zehnkämpfer am Abend nach dem kräftezehrenden Tagen für eine ordentliche Mahlzeit und stieg dann in ihre Wettkämpfe ein. Über die 100 m erzielte sie 14,72 sec. und über die 200 m 30,34 sec. und kam damit auf Platz 17. Über 400 m hatte sie sich etwas mehr als die 72,59 sec. auf Platz 14 ausgerechnet.

Karsten Stöbener (M 45) kam sehr gut in den Zehnkampf rein und lag vor dem Hochsprung auf Bestleistungskurs, doch der Hochsprung gab trotz gutem Gefühl im Anlauf einen kleinen Rückschlag. Auch die 400 m Zeit war trotz schnellem Beginn nicht ganz zufriedenstellend. Am 2. Tag lief es dann wieder besser, so dass er mit 4.445 Punkten nah an seine Bestmarke kam. Die Einzelresultate: 100 m: 13,57 sec. – Weit: 4,52 m – Kugel: 7,05 m – Hoch: 1,42 m – 400 m: 61,13 sec. – 110 m Hürden: 22,44 sec. – Diskus: 20,55 m – Stabhoch 2,40 m – Speerwurf: 29,28 m – 1.500 m: 4:56,11 min.

Uli Titze (M 55) ging nach 15 Jahren mit Hoffnung auf einen vollständigen Zehnkampf an den Start. Dies konnte auch mit 5.167 Punkten verwirklicht werden. Insgesamt war er persönlich den gesundheitlichen Umständen sehr, sehr zufrieden; die Ergebnisse über die Laufstrecken, der Speerwurf und die Sprungwerte sind so nach außen hin eigentlich „sehr mau“! Stark waren die zwei Ausreißer mit der Kugel und dem Diskus. Die Ergebnisse: 15,17 sec. – 4,29 m – 11,80 m – 1,48 m – 76,74 sec. – 21,77 sec – 2,50 m – 36,42 m – 6:23,15 min. Ein Tag nach dem Zehnkampf und mit ordentlich Muskelkater drehte er den Diskus auf 36,38 m (Platz 13).

Manfred Arnd (M 70) ging es ähnlich wie Gabi. Auch er biss die Zähne zusammen und hatte im 100 m Vorlauf nach 14,09 sec. das Glück des Tüchtigen und kam als Achter in den Endlauf. Doch die Sorge in die Nationalstaffel zu kommen, lies keine richtige ruhige Nacht zu. Im Endlauf am nächsten Tag kämpfte er wie ein Löwe und wurde hier in 13,85 sec. Sechster und viertbester Deutscher, so dass er in der „Medaillenstaffel“ war. Leider hatte er durch diese Unruhe vergessen, seinen Start für den nächsten Tag im Weitsprung anzumelden. So ging das eigentlich klare Gold mit 4,50 m weg…Schade! Doch der letzte Wettkampf entschädigte – mit klarem Vorsprung wurden die Deutschen vor Polen und Russland – Europameister!

Einen großen Dank geht an unsere mitgereisten geduldigen Fans: Ute, Melanie, Andreas, Bernd, Mike und Roland sowie an Sarah – unserem Coach!!!

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