Erste Deutsche Meisterschaft für Lina-Zoé Rüth ( W 15 )

(Foto: Richard Rüth)

Nachdem sich Lina bei den Landesmeisterschaften in Bad Harzburg mit 3.607 Pkt. erfolgreich für den 7-Kampf qualifiziert hatte, ging es am 20.08.21 endlich los. Gemeinsamer Treffpunkt war um 09:00 Uhr morgens das Stadion in Wesel am Niederrhein. Lina war schon ein Tag vorher mit ihrem Vater Richard angereist und wir kamen aus dem Urlaub direkt dort hin.

Die 1. Hürde war die Einlasskontrollen zu bewältigen und uns alle 4 ins Stadion zu bekommen. Bereits im Vorfeld gab es viele coronabedingte Hinweise und Anweisungen zu beachten. Pro Athlet waren z.B. nur 2 Betreuer/ Trainer zugelassen, so dass Richard Athleten von anderen Vereinen suchte, bei denen das Kontingent noch nicht ausgeschöpft war. Bei der Ulmer Sportlergruppe wurde er schließlich fündig und bedankte sich danach bei ihnen großzügig mit Kuchen. Nachdem unser Zelt aufgebaut war, erkundeten wir das weitläufige Sportgelände und die großzügigen Anlagen. Leider musste wir auch feststellen, dass im Gegensatz zu den bisherigen Landesmeisterschaften keinerlei Verköstigung angeboten wurde und eine Security ständig im Stadion rumlief, die sogar Athleten kurz nach ihrem Sprint im Zielbereich darauf hinwies, die obligatorische Maske doch wieder sofort aufzusetzen.

Während beider Tage herrschten optimale Wetterbedingungen und die Kampfrichter waren sehr bemüht. Neben dem Callroom ( hier hieß er jetzt Sammelplatz mit Abstand ) war für Lina auch neu, dass sie ihre Wettkampfgeräte vormittags abgeben musste und sie erst zum Wettkampfbeginn wiederbekam.

Spannend war auch die Konkurrenz aus den anderen Bundesländern zu sehen, bisher waren lediglich Hannah Fricke aus Bremen und Amira Weber aus Peine persönlich bekannt. Dass Emma Kaul, die spätere Deutsche Meisterin, die jüngere Schwester von unserem 10-Kampfweltmeister Niklas Kaul ist, war für uns neu. Lina selbst fand es zwar nicht so spannend, dass Niklas am 2.Tag seine Schwester vor Ort anfeuerte, wir jedoch freuten uns darüber.

Die Reihenfolge der einzelnen Disziplinen war für Lina erstmalig dem Frauen 7-Kampf angepasst, da der sonst übliche 4-Kampf bei der DM wegfiel.

Los ging es deshalb mit dem 80m Hürdensprint. Mit 12,98 sec lief Lina ihre zweitschnellste Zeit und kam somit gut in den Wettkampf. Hauptsache kein Sturz oder eine Verletzung gleich zu Beginn dachten wir alle. Beim Hochsprung kämpfte sie sich gut in den Wettkampf hinein und schaffte alle Höhen bis 1,49m im 1. Versuch. Leider kam nach dem 1. Fehlversuch über 1,52m zu viel Kopfarbeit hinzu, so dass diese eigentlich erreichbare Höhe leider nicht mehr bewältigt wurde. Im anschließenden Kugelstoßen gab es jedoch mit 10,02 m eine neue persönliche Bestleistung und auch der abschließende 100m Lauf wurde mit starken 13,11 sec absolviert. So war Lina nach Ende des ersten Tages voll in der Spur für die angestrebte neue Bestleistung. Eine Platzierung unter den ersten 8 Athletinnen war aufgrund der gemeldeten Vorleistungen nicht zu erwarten gewesen, so dass wir alle zufrieden zum Hotel fuhren und den Abend gemütlich beim Italiener ausklingen ließen.

Der 2. Tag startete mit dem Weitsprung. Hier zeigte Lina 3 solide Sprünge, jedoch fehlte  die letzte Power für den erhofften Sprung über 5m. Am Ende standen 4,90m zu Buche. Nun folgte der Speerwurf. Ihre Trainingsleistungen ließen hier auf eine Weite über 30m hoffen. Mit 29,08m erreichte sie dieses Ziel leider nicht ganz und mentale Aufbauhilfe vor dem abschließenden 800m Lauf war gefordert. Zudem hatte Lina sich beim letzten Wurf leicht den Hals verdreht. Das Massagezelt bei uns direkt gegenüber war jedoch nur Bundeskaderathleten vorbehalten… Richards Hände tun es aber auch.

Die Kraft reichte jedoch nur noch für eine Zeit von 2:40,18 min. Linas Wille war vorhanden, jedoch wollte der Körper an diesem Tag nicht mehr. Solche Tage gibt es leider im Sport und wichtig ist daraus zu lernen und neue Motivation für die nächsten Aufgaben zu ziehen.

Mit 3.544  Punkten wurde Lina 14. in ganz Deutschland. Ein tolles Ergebnis (auch wenn die Bestleistung verfehlt wurde) und wir sind stolz, Lina als Trainer begleiten zu dürfen. Mit dieser neuen Konkurrenz aus ganz Deutschland sollte man sich nun auseinandersetzen. Nicht mehr ganz vorne mit dabei zu sein ist ein neues Gefühl. Auf diesem Niveau aber sicherlich kein Problem und hoffentlich eher Anreiz für neue Taten.

Das blaue T-Shirt der DM werden wir mit Stolz tragen!

Antje und Ralf

Fotos: Richard Rüth und Antje Peschel.

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