Marvin auf Umwegen allein in Berlin
Normal starten diese Berichte mit „Marvin und Christian hatten einen Plan“. Doch dieses Mal hatte Christian einen anderen Plan. Er wollte ein paar Ründchen durch Braunschweig laufen und wollte meine mentale Unterstützung. Und da Berlin ja quasi irgendwie zumindest fast auf dem Weg liegt, fuhr ich vorher noch kurz zum geliebtem Sportplatz in Berlin-Zehlendorf. Im besten Mehrkampf der Welt, dem Wurf-Fünfkampf, konnte ich dieses Mal aufgrund anhaltender Handverletzung, die kein Kugelstoßen zulässt, nicht teilnehmen. Jedoch das selten ausgerichtete Hammerwerfen und noch seltenere Gewichtwerfen motivierten mich zu diesem Wettkampf. Dass am Morgen mein Handy den Betrieb eingestellt hatte, machte Teile der Reise zu einem Abenteuer, als Stammgast klappte jedoch die Navigation mit Hilfe des analogen Netzplans routiniert. Bevor ich ankam, düste Christian bereits in seine erste Runde.
Mit dem Hammer konnte ich mit 39.07m eine neue Saisonbestleistung aufstellen und eine deutliche Steigerung mit drei Drehungen feiern. Da kommt langsam Routine rein und erlaubt sicher bald etwas mehr Geschwindigkeit und weite Würfe.
Im Diskuswurf konnte ich zum Saisonende mit viel Lockerheit in den Wettkampf gehen, was mir offenbar gut tat. Im zweiten Versuch konnte ich meine Bestleistung und Vereinsrekord um mehr als einen Meter steigern: 46.39m. Da war direkt nach dem Abwurf ein super Gefühl im Finger und ich wusste, dass der weit gehen wird. Das macht richtig Spaß 🙂 Darf gerne nächstes Jahr häufiger so laufen.
Beim Speerwerfen habe ich NICHT teilgenommen! (Dieser Satz war insgeheim der Hauptgrund für meine Teilnahme am Wettkampf)
Beim Gewichtswurf merkte ich dann doch das fehlende Körpergewicht im Vergleich zum letzten Jahr. Dafür konnte ich mit wesentlich sauberer Technik werfen und nicht nur mit Gewalt. 11.65m sind dennoch ausbaufähig.
Anschließend machte ich mich auf den Weg zum Theater. Bei Christian hatte sich unterdessen eigentlich nicht viel getan. Er sammelte weiter Kilometerchen für Kilometerchen. Seine umgestellte Taktik, dieses mal die Runden ein gutes Stück schneller zu absolvieren, um mehr Pausenzeit für Essen, Schuhwechsel und Vorbereitung auf die nächste Runde zu haben, funktionierte bis hierhin super. Etwa 48min war lange die konstante Rundenzeit (je 6.7km). Da es bei Christian kein Theater gab, musste wohl der Magen diese Rolle übernehmen: Ab Runde 11 wollte Christian immer weniger essen und nur noch sparsam trinken, um keine Übelkeit zu verursachen. Nach der 16. Runde und knapp 107km – 1 Runde mehr als letztes Mal – beendete er um kurz vor 1:00 sein Rennen, um geschwächt im Dunkeln kein größeres Risiko einzugehen. Allerdings eine gute Erfahrung, in die Nacht reinzulaufen, was dann nächstes Jahr in Lafferde wiederholt werden soll! Überraschend gut ist es den Beinchen und Füßchen ergangen (böse Zungen behaupten, Training bringt was).