Bela knackt uralten Vereinsrekord bei den Deutschen Meisterschaften im Neunkampf in Hannover

Was für ein Wochenende für Bela Lehmann! Bei den Deutschen Meisterschaften im Mehrkampf in Hannover stellte sich der 14-jährige Athlet der TSV Burgdorf erstmals auf nationaler Bühne der Herausforderung im Neunkampf der M14. Am Ende standen 4.528 Punkte und Platz 18 zu Buche – und als krönender Abschluss ein spektakulärer neuer Vereinsrekord über 1.000 Meter.

Doch die nackte Punktzahl erzählt nur einen Teil der Geschichte.

Tag eins: Persönliche Bestleistungen und ein starker Stabhochsprung

Der erste Wettkampftag begann vielversprechend. Über 100 Meter steigerte Bela seine persönliche Bestleistung auf 12,89 Sekunden und verbesserte sich damit um fünf Hundertstelsekunden. Im Weitsprung landete er bei 5,06 Metern – seine zweitbeste Weite. Beim anschließenden Kugelstoßen blieb er mit 9,02 Metern etwas unter den eigenen Erwartungen und seiner bisherigen Bestleistung von 9,44 Metern. Dafür setzte Bela beim Stabhochsprung wieder ein Ausrufezeichen: 2,70 Meter bedeuteten eine neue persönliche Bestleistung.

Damit war der erste Tag insgesamt sehr gut gelaufen. Bela lag bereits 23 Punkte über seiner Qualifikationsleistung aus Halle – eine hervorragende Ausgangslage für den zweiten Tag.

Tag zwei: Durchbeißen, fokussieren und weiterkämpfen

Der zweite Wettkampftag begann früh. Bereits um 9:10 Uhr stand mit den 80 Metern Hürden eine von Belas Lieblingsdisziplinen auf dem Programm. Mit 12,33 Sekunden lief er einen soliden Mehrkampflauf. Zwar blieb er rund fünf Zehntelsekunden über seiner persönlichen Bestleistung, doch genau das hatten die Trainer im Vorfeld angesprochen: Im Mehrkampf geht es nicht darum, in jeder einzelnen Disziplin eine Bestleistung zu erzielen. Entscheidend ist, einen soliden Lauf abzuliefern und wichtige Punkte zu sammeln. Im Hochsprung überquerte Bela 1,50 Meter und blieb damit lediglich zwei Zentimeter unter seiner persönlichen Bestleistung.

Dann folgte der Diskuswurf. Mit 26,29 Metern blieb er rund zwei Meter hinter seiner bisherigen Bestleistung zurück. Eine kleine Enttäuschung für Bela, der nach dem Versuch zunächst entsprechend gefrustet war. Doch genau hier zeigte sich eine wichtige Stärke: Bela ließ sich nicht hängen. Er baute sich wieder auf, nahm den Kampf an und richtete den Blick auf die nächsten Disziplinen. Denn im Mehrkampf kann man seine Trainingsleistungen nicht immer zu 100 Prozent im Wettkampf abrufen. Entscheidend ist, nach einem Rückschlag wieder zurückzukommen.

Die Rakete im Speerwurf

Im Speerwurf zeigte Bela wieder eine richtig starke Leistung. 36,87 Meter standen am Ende auf der Anzeigetafel – nur knapp einen Meter unter seiner persönlichen Bestleistung.

Wichtige Punkte waren gesammelt, und damit ging es in die letzte Disziplin des Neunkampfes: den 1.000-Meter-Lauf. Was dann folgte, war schlichtweg unglaublich.

1.000 Meter – und plötzlich fällt ein Rekord

Die Mittelstrecken gehören zu Belas Lieblingsdisziplinen. Wir hatten vor dem Lauf klare Zielmarken und Zwischenzeiten festgelegt. Wenn Bela diese erreichen würde, sollte es möglich sein, seine bisherige Mehrkampfbestleistung von 4.456 Punkten zu verbessern.

Doch Bela hatte an diesem Tag offenbar noch mehr vor.

Er setzte sich an die schnelle Spitzengruppe und ging das Rennen mutig an. Das Tempo war hoch. Sehr hoch. So hoch, dass selbst die Trainer zunächst etwas Sorge hatten, ob Bela dieses Tempo über die gesamte Distanz halten könnte. Doch dann kam die entscheidende Marke:600 Meter. Bela hielt das Tempo. Mehr noch: Er begann, die Konkurrenz hinter sich zu lassen. Statt sich nur an die Spitzengruppe zu hängen, setzte er sich selbst nach vorne. Und dann lief er einfach weiter.

Nach acht bereits absolvierten Disziplinen lief Bela die 1.000 Meter in unglaublichen 2:53,77 Minuten. Seine bisherige Bestzeit lag bei 3:06,99 Minuten. Das bedeutet eine Verbesserung um mehr als 13 Sekunden! Damit pulverisierte Bela nicht nur seine eigene Bestzeit, sondern knackte gleichzeitig einen uralten Vereinsrekord des TSV Burgdorf aus dem Jahr 1979.

Eine bärenstarke Leistung – und das ausgerechnet am Ende eines Neunkampfes!

Ein starkes Team hinter Bela

Solche Leistungen entstehen nicht allein. In Hannover war eine große Unterstützung vor Ort.

Neben der Familie mit Mutter und Vater, den Schwestern Marie und Hanna sowie den Großeltern waren zahlreiche weitere Trainer, Eltern, Freunde und Begleiter dabei. Die mitgereiste Fanbase sorgte über beide Wettkampftage für Unterstützung und Motivation.

Auch Belas Trainingskollegen Julien und Jonne waren während des Wettkampfs an seiner Seite. Insbesondere Julien unterstützte Bela unter anderem beim Warmmachen und begleiteten ihn durch die langen Wettkampftage. Und auch prominente Gesichter aus der Leichtathletik waren in Hannover zu sehen. Unter anderem waren Niklas Kaul, einer der bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Mehrkämpfer, sowie Jim Garnham, Trainer von Leo Neugebauer, vor Ort.

Ein Wochenende, das in Erinnerung bleibt

Am Ende standen für Bela 4.528 Punkte und Platz 18 bei den Deutschen Meisterschaften, 4 persönliche Bestleistungen und ein geknackter Vereinsrekord aus dem Jahr 1979

Doch die Platzierung allein wird diesem Wochenende kaum gerecht.

Bela zeigte zwei Tage lang, was einen guten Mehrkämpfer ausmacht: persönliche Bestleistungen, solide Leistungen, kleine Rückschläge, Frust – und vor allem Kampfgeist.

Und dann setzte er mit seinem 1.000-Meter-Lauf dem gesamten Wettkampf die Krone auf.

2:53,77 Minuten. Persönliche Bestzeit. Neuer Vereinsrekord. Nach acht Disziplinen.

Einfach Wahnsinn. Bärenstark Bela!!!

Deine seeeehr stolzen Trainer

Antje und Ralf

4 Kommentare zu „Bela knackt uralten Vereinsrekord bei den Deutschen Meisterschaften im Neunkampf in Hannover“

  1. Frank Schiedt

    Ich gratuliere Bela zu diesem tollen Ergebnis. Es hat Spaß gemacht zu sehen, mit welcher
    Begeisterung das gesamte Burgdorfer Team Bela an den beiden Tagen unterstützt hat.
    Dieser 1000m-Lauf von Bela war der krönende Abschluss der beiden Neunkampftage.
    Wie gut diese Zeit von Bela ist sieht man daran, dass es seit Einführung des Neunkampfes für die Altersklasse M 14 im Jahre 2012 bei allen 15 Meisterschaften nur 16 Athleten geschafft haben, unter 3 Minuten zu laufen. Es waren von diesen Athleten nur 8 Neunkämpfer geringfügig schneller als Bela.
    Ich wünsche euch Burgdorfern weiterhin viel Freude beim Training und bei den Wettkämpfen.

  2. Frank Schiedt

    Liebe Burgdorfer,
    ich muss meine Angaben korrigieren. Ich hatte mich mit der Zeit von Bela vertan.
    Es waren von den 16 Neunkämpfern, die unter 3 Minuten gelaufen sind, nur 4 Athleten etwas schneller als Bela !

  3. Frank Schiedt

    Nun muss ich doch noch einmal korrigieren. Ich habe vergessen, das Ergebnis der Läufe aus diesem Jahr mit einzubeziehen. Und diese beiden Läufe waren richtig schnell. Es sind in diesem Jahr 7 Athleten unter 3 Minuten gelaufen. Einer war
    dabei noch etwas schneller als Bela. Somit sind insgesamt 23 Läufer bei den Meisterschaften seit 2012 unter 3 Minuten gelaufen. Davon waren lediglich
    5 Neunkämpfer etwas schneller als Bela.

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